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Stoffspielerei: Schlipse

29. April 2018

Heute sammeln sich alle Stoffbegeisterten bei Karen und zeigen, was ihnen an Stoffspielerei und -manipulation zum Thema „Schlipse“ eingefallen ist. Mir ist da zunächst gar nichts eingefallen, obwohl es an Material nicht mangelte: Von meinem Liebsten hatte ich einige mehr und weniger hübsche Krawatten überlassen bekommen. Da er im Job Krawatten nicht benötigt, konnte er aus seinem Kleiderschrank einige aussortieren, und so hatte ich mehr als genug Auswahl und konnte sogar ein paar an Karen schicken. Ich bin gespannt, ob sie was mit ihnen anfangen konnte!

Und wie das mit dem Nachdenken, dem Setzenlassen und dem Hin-und-Her-Überlegen so ist: Mit einem Mal hat der Blitz eingeschlagen. Zwei Mal! Und dass mit einer dritten Krawatte ein Nadelbriefchen (What else…?) entstanden ist, überrascht euch vermutlich keineswegs…dazu später mehr…!

Erste Krawatte: „Mehr hilft mehr“
Für die Umsetzung meiner ersten Idee habe ich diese geblümelte Krawatte genommen:

Auch wenn mir die Blumen sogar noch recht gut gefallen, spricht mich der Farbverlauf des Krawattenstoffes gar nicht mehr an. Auch bei Krawatten gibt es eben Moden, und die Zeit dieser Krawatte ist eindeutig vorbei.

Meine Idee für dieses Krawatten-Exemplar folgt dem Motto: Mehr hilft mehr. Also habe ich die Idee der Beblümelung genutzt und aus zwei weiteren Stoffen Blumen ausgeschnitten und mittels Vliesofix auf den Krawattenstoff gebügelt. Das hält aufgrund der reduzierten Hitze zwecks Seidenstoff nur vorübergehend, reicht aber bis zum Fixieren durchs Nähmalen (versenkter Transporteur der Nähmaschine).

Als ich nach und nach die ausgeschnittenen Blumen auf die Krawatte gelegt habe, um mir die Anordnung zu überlegen, wurde mir klar: Hier muss ich in die Vollen greifen und Blumen aufnähen, was geht. Gesagt, getan. Und weil mehr eben mehr ist, habe ich im Anschluss noch einzelne Blüten kräftig bestickt und weiter verziert. Whäm!

Und jetzt bin ich hellauf begeistert von meinem Krawattenwerk und finde, dass dieses gute Stück nun wieder extrem tragbar geworden ist – was man am untersten Bild auch sieht.

Sogar mein Mann würde sie wieder tragen. Na, vielleicht schicke ich ihn mal als Hipster ins Büro (lach)! Ich bin jedenfalls super glücklich.

Zweite Krawatte: „Sag es mit Worten“
Die zweite Krawatte ist fast schon ein Evergreen der Langweiligkeit: reines Rot. Tut nicht weh, geht fast immer, ist aber auch nicht der Hit. Also durfte sie im Zuge der „Krawatten-brauch-ich-nicht-mehr“-Entrümpelung meines Mannes weichen. Ein Vorher-Bild gibt es hier nicht, denn ich denke, ihr könnt euch eine unverzierte rote Krawatte vorstellen, oder?

Für meine zweite Idee „Sag es mit Worten“ bot sich dieses Exemplar wunderbar an. Zunächst habe ich mir einen Text ausgewählt. Ringelnatz durfte mit seiner „Heimatlose“ herhalten.

Ich habe den Text gedanklich auf verschiedene Zeilen verteilt, die ich auch gut nähsticken würde können, und dann zunächst Linien gemalt und abgesteppt. Im Anschluss habe ich den Text mit der Nähmaschine geschrieben.

Die Fäden an der Seite habe ich absichtlich stehen lassen. Zu „pur“ sollte die Krawatte schließlich auch nicht werden.

Beim Textschreiben brauche ich noch etwas Übung, vor allem, wenn die Schriftgröße kleiner sein soll, aber dennoch bin ich zufrieden. Und was denkt ihr? Meinem Mann gefällt diese Krawatte sogar noch besser als die Blumen-Krawatte. Na bitte! Vielleicht sollte ich einsteigen als Krawatten-Neu-Designerin!

Dritte Krawatte: „Aus allem kann ein Nadelbrief werden“
Natürlich musste es einfach auch eine Krawatte für einen Nadelbrief geben, und zwar diese hier:

Gar nicht mal so hässlich, aber irgendwie auch nicht mehr zeitgemäß. Von ihr habe ich das schmale Ende der Krawatte gewählt und abgeschnitten. Es hat sich perfekt als Verschluss für ein Nadelbriefchen geeignet, das ansonsten außen komplett schlicht gehalten ist.

Innen tummelt sich ein farblich passender Stoff aus der Stoffschatzkammer.

Geschlossen wird dieses Nadelbriefchen mittels eines Druckknopfes. Sicherlich im Vergleich zu den anderen beiden Krawatten die langweiligste Lösung bei der Stoffspielerei, aber bei dieser Vorgabe und der Krawattenauswahl musste ein Nadelbrief einfach sein!

Und wer sich sonst Gedanken zu Schlipsen und Krawatten gemacht und damit gespielt hat, könnt ihr bei Karen sehen.

Die Stoffspielerei
Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken gesammelt. Auch mislungene oder nur suboptimale Ergebnisse sind gerne gesehen – zwecks Erfahrungsaustausch.
Die nächsten Termine und Themen der monatlichen Stoffspielerei (immer am letzten Sonntag im Monat) lauten:
Mai 2018: „Japan“ bei madewithbluemchen
Juni 2018:  (Thema noch offen) bei Nahtzugabe

20 comments

  1. Absolut cool, beide Kravatte und den Nadelbriefe mag ich auch. Die Kravatte sind aber besonderer.
    Ein Nadelbriefe pro Woche Aktion wäre für dich doch ein Klacks, gefühlt machst du das doch eh schon;-) wenn du es wirklich offiziell machen willst, meine Unterstützung hast du.
    LG Jennifer

  2. Auf die Idee war ich gar nicht gekommen, die Krawatte selbst zu gestalten. Echt Klasse! Die mit den Blume ist so schräg, das das echt ein Designrenner werden könnte.
    Hast dafür die Mittelnaht getrennt oder direkt durch alles gestickt?
    Auch das Nadelheft ist Klasse mit der Lasche. Ich wollte erst auch eines machen mit Paspel, dazu ist es dann nicht gekommen. Aus deiner Spende sollte die Tasche entstehen, aber dann kam eben noch ein Schlips dazu, der mir dafür besser gefiel, aber ich verarbeite sie alle.
    Ganz toll, dass du mitgemacht hast!
    Begeisterte Grüße, Karen

  3. Deine applizierte Krawatte erinnert mich sehr an die aktuellen Quilts von Anna Maria Horner- und das ist echt nicht die schlechteste Assoziation. Viel hilft bei solchen üppigen Blüten tatsächlich viel.
    Und deine Nadelbriefe finde ich eh sehr super, und das hier gefällt mit ganz besonders gut. Der graue Stoff bringt die Seide richtig zum Leuchten!

  4. Meine Güte, was für tolle Schlipsideen ich heut bei Euch verschlipsten Teilnehmerinnen doch heute schon gesehen habe – so genial und ich bin ganz hin und weg von der heimatlosen roten Kunst! Dich würde ich sofort selber tragen!
    Herzlichst,
    Ev

  5. Klasse, Kunst an der Krawatte! Kann mann das Kunstwerk um den Hals tragen. Also ich kann mir schon vorstellen, dass du dafür außer deinem Mann noch andere Abnehmer finden würdest! Ich bin ganz begeistert, wie unterschiedlich das Thema wieder mal interpretiert wird.. LG Christiane

  6. Waaaah! Jede ein Kunstwerk! Und gerade auch am „langweiligen“ Nadelbriefchen kommt der grüne Streifen so toll raus. Da hat die Krawatte ein tolles zweites Leben begonnen. Super, wie vielfältig du das Thema interpretiert und umgesetzt hast, ich bin begeistert! lg, Gabi

  7. Na das sind doch originelle Ideen.
    Selbst gehe ich ja immer eher pragmatisch mit Gedanken an Nutzwert an Nähprojekte. Deshalb ist Dein Nadelmäppchen mein Favorit. Ich finde das grüngrafische Muster zeitlos und perfekt in Kombination mit grau. Hast Du eine Verstärkung in die Lasche eingelegt?
    Schön, dass Du auch unkonventionelle Ideen ausprobierst, das ist ja der Gedanke hinter der Stoffspielerei.
    LG Ute

  8. Liebe Susanne,
    Deine Krawattenideen sind super! Die bestickte Blümchenkrawatte finde ich total schön (obwohl meine Männer hier vermutlich keine Blümchen anziehen würden). Und spannend, ob Dein Mann die Ringelnatz-Krawatte anziehen wird – Du solltest Dir das mit der Krawattenumgestalterin nochmals überlegen.
    Ja, und Nadelbrief – sieht edel aus und geht immer!
    Liebe Güße
    Ines

  9. Wow!!! Schon allein das Thema ist ja der Hammer!!! Ubd dann erst deine Ideen. Auf Nr. 3 hstte ich schon gewartet… klar! Und Nr. 1 ist wirklich hipp. Stell doch msl damit hier in Berlin auf einen Markt… da hadt du ausgesorgt. Aber bring due Nadelbriefe mit!! Wunderbar! Viele liebe Grüße maika

  10. Als Hipster ins Büro? Na, warum auch nicht, liebe Susanne. Deine Schlips-Spielereien sind klasse geworden. Die Idee, die umgestalteten Schlipse zu vermarkten finde ich genial. Solltest Du unbedingt versuchen. Herzlichst, Nicole (die sich gerade neugierig fragt, seit wann Du nicht mehr über Google+ kommentierst?!)

  11. Liebe Susanne,

    ich finde ja, der erste Schlips sieht aus, als wenn man ihn zu einer Tracht oder einem Volksfest tragen könnte. In dem Zusamenhang würde er tatsächlich gut passen. Die Idee den grünen Schlips als Verschluss zu verwenden ist allerdings auch gut. Dabei fällt mir ein, als Taschenhenkel macht sich so ein Schlips bestimmt auch gut.

    LG Mareike

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