Sonntagskuchen

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Blut, Schweiß und Tränen

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IMG_20140905_065608Ich hatte es Samstag ja bereits angekündigt: Bei der Erstellung und Fertigstellung der Star-Tasche für meine Schwester kam es zu Blut, Schweiß und Tränen. Naja. Etwas übertrieben ausgedrückt (vielleicht….okay: auf jeden Fall), aber Fakt ist: Ich habe ewig gebraucht, und mich sehr gequält, bis die Tasche fertig war, und sie hat mich einige Nerven gekostet.

Dabei ist der Schnitt Star von lillesol & pelle ein wunderbarer und sehr verständlich erklärter Schnitt. Daran lag es also nicht. Ich hatte die Tasche ja bereits in etwas bunterer Version für mich genäht und weiß, dass ich sie auch nochmal für mich nähen werde – dann auch für IMG_20140905_065631mich in mehr schlicht.

Aber erstmal zur Tasche: Meine Schwester wollte eine Tasche, in die A4 passt, und die sie gut an der Hand tragen kann. Sie ist nämlich weder Schulter- noch Querträgerin. Dadurch fielen bei der Auswahl so manche Schnitte raus, denn kurze Träger müssen zum Taschenschnitt passen. Bei der Star kein Problem. Bei der Stoffwahl war klar, dass die Tasche dem Beispiel von Julia auf ihrem ebook sehr nah kommen sollte. Viel Creme, Braun und etwas Grau. Wieder kein Problem: Ich hatte von allen Stoffen ausreichend da, und Leder – wenn auch Kunstleder – macht eine Tasche halt doch gleich IMG_20140905_065520nochmals schicker.

Außen wollte meine Schwester weder das Reißverschlussfach noch die kleine Sterntasche haben, deshalb gab es lediglich ein braunes Band und einen applizierten grauen Stern. Innen habe ich dafür dann ein Reißverschlussfach eingenäht sowie auf der anderen Innentaschenseite zwei kleine Einsteckfächer für Smartphone und Co.

Die Tasche ist sehr hübsch geworden, auch wenn das letzte Bügeln zwecks Kunstleder wegfällt, und meine Schwester deshalb nun mit dem Crumble-Look der Tasche leben muss.

IMG_20140905_065730Wo war also das Problem? Ganz einfach: Ich habe festgestellt, dass ich keine Auftragsnäherin bin. Das stresst mich enorm. Ich habe es viel lieber, wenn sich jemand was wünscht oder einen Hinweis fallen lässt, was er/sie gebrauchen könnte. Aber eine konkrete Auftragsarbeit? Nicht meins! Das steht dann auf meiner To-do-Liste und macht mir ein schlechtes Gewissen, wenn ich was anderes zuerst nähe. Wenn also nicht ich die treibende Kraft hinter dem Nähprojekt bin (ganz gleich, ob das Ergebnis dann für mich, meine Liebsten, Freunde oder für Mitmachaktionen wie Wichteln, MailArt etc. ist), setze ich mich selbst einem ungeheuren „Ich-muss-das-jetzt-aber-so-langsam-mal-machen-Druck“ aus – was unweigerlich zu einer Nählustverweigerung führt (und das, ihr Lieben, ist ganz und gar nicht förderlich in Bezug auf Fertigstellung), was zu mehr Druck führt, was zu mehr Unlust…ein Teufelskreis! Was lerne ich daraus? Ich werde so schnell keine Auftragsarbeiten mehr annehmen (eine einzelne Auftragsarbeit liegt noch da, und die muss bis nächste Woche fertig werden…ich bin jetzt noch guten Mutes…).

Ungeachtet dieser Nähauftragshistorie hat sich meine Schwester sehr über ihre Tasche gefreut. Ich habe dann nur zwei Tage später festgestellt, dass ich prompt vergessen hatte, die Wendeöffnung innen zu schließen. Argghhhh! Und nein: Meine Schwester wohnt nicht direkt ums Eck. Jetzt muss sie (sprich: ich) bis zum nächsten Wiedersehen mit der endgültigen Fertigstellung der Tasche warten. The cruelty continues!

Erstmal aber ab mit der Tasche zum Creadienstag und den anderen Kreativlingen. Ob es weitere Blood-Sweat-and-Tears-Aktionen gibt?

7 comments

  1. OH ja, du sprichst mir aus der Seele… ich hab hier auch noch eine Auftragsarbeit liegen und eigentlich näh ich sehr gern… aber im Moment schieb und schieb ich… hab gar keine Lust, mich so festlegen zu lassen…
    Nichtsdestotrotz deine Tasche ist total schön und vllt kann deine schwester zum SChließen selbst Hand anlegen… *ggg*
    LG
    von der
    Elli

  2. Deine Tasche ist sehr schön geworden! Ich kenne das auch sehr gut , Auftragsarbeiten gehen gar nicht. Ich kann nur nähen wenn ich Lust habe und komischerweise habe ich keine Lust wenn ich einen Auftrag habe ….
    LG
    Christine

  3. Die Tasche ist sehr schön geworden!
    Ich mache auch keine Auftragsarbeiten – genau aus dem gleichen Grund wie Du. Gerne nähe ich ein Überraschungsgeschenk, ein Mitbringsel oder sonst eine Kleinigkeit, aber nienienienie mache ich etwas auf Zuruf. Das wird nichts. Es stresst mich, ich schraube meine Erwartungshaltung an mich und an mein Können viel zu hoch, will DAS PERFEKTE Teilchen abliefern – und es geht alles schief.
    Ich bewundere Dein Durchhaltevermögen bei der Tasche um so mehr!
    LG, Sandra

  4. Oh, da breche ich jetzt mal eine Lanze für die Auftragsarbeiten- bei mir ist der Nähflow manchmal wichtiger als das Gestalten. Bei sehr klaren Vorgaben ist die zukünftige Benutzerin von Anfang an eingebunden und entwickelt so ein ganz anderes Verhältnis zu ihrer Tasche.
    Klar kann und muss man als Näherin die Sache bei der Absprache ins technisch Machbare steuern, aber ansonsten- warum nicht?
    Dann entfällt schon das endlose Herausziehen und Verwerfen von Material und Farbkombinationen. Und die Aufräumerei ist weniger heftig.
    Das einzige was ich nur sehr ungern mache ist Copy und Paste. Das Gleiche zweimal nähen ist dann doch zu langweilig.

    Deine Tasche ist auf jeden Fall fein geworden und das mit der Wendeöffnung würde ich auch deiner Schwester überlassen. Echt jetzt 🙂
    Matratzenstich ist easy ( da gibts auf Youtube Filmchen) und auch viel wertiger als die Industriemethode.
    (Auch wenn ich verstehe, dass das irgendwie peinlich ist- du kennst ja auch meinen Hang zu dieser Schwäche….)

  5. Sehr lustig, Dein post! Ich habe mich nahezu 1:1 wiedererkannt. So wie Dir ging es mir auch lange. Sobald ich etwas tun “musste”, war’s vorbei mit der Nählust. Da ich aber leider zu den Menschen gehöre, die nicht wirklich gut “nein” sagen können, kam ich immer wieder in diese Situation, dass ich etwas zu nähen hatte, das nicht auf meinem eigenen, freiwilligen Mist gewachsen war. Irgendwann bin ich dann dazu übergegangen, solche “Aufträge” systematisch abzuarbeite, ohne sie lang vor mir herzuschieben. Wenn es mehrere sind, mache ich das zwar in Etappen, aber dennoch kontinuierlich. Ein Auftrag wird erledigt, dann wieder etwas spaßiges genäht, dann wieder ein Auftrag,…. Arbeiten gehen muss ich auch jeden Tag, auch wenn die Lust mal nicht so groß ist. Also muss das mit dem Auftragsnähen auch irgendwie zu schaffen und der innere Unlust-Schweinehund zu überwinden sein – habe ich mir gesagt. Und siehe da, es funktioniert :O)
    Allemal besser, als meinem Nähzimmer wochenlang ganz fern zu bleiben. Und die Alternative, nämlich grundsätzlich nur noch nein zu sagen, wenn mich jemand um einen Gefallen bittet, das bekomme ich eh nicht hin…

    Herzliche Grüße
    annilu

  6. Super – und vielen Dank für eure vielen unterschiedlichen Ansichten! Vielleicht muss ich tatsächlich einfach meinen Kopf ändern in Bezug auf die Herangehensweise – oder ich muss diesbezüglich noch “reifen” – oder beides…

  7. Wunderschöne Tasche. Schöne Materialkombination. Klar und durch den Stern nicht zu streng. Bisschen “Crumble-Look” darf ruhig sein, finde ich …

    ja, das stressige an Aufträgen kenne ich. So lange bis ich es schaffe, mich richtig hinein zu vertiefen, dann gehts und macht sogar Spaß.

    viele Grüße!

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