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The Book of Less

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Wie? Was? Schon wieder ein „The Book of…“? Ist frau nahtlust jetzt völlig durchgedreht? Jetzt reicht es aber wirklich mal…. Ja, ich kann Gedanken lesen. Gut, gell?! Grins. Nun aber mal ehrlich. Heute mache ich es mir sehr einfach, denn genau dazu lädt Andreas Monatsmotto im August geradezu ein. Weniger ist mehr heißt es bei ihr. Na, da mache ich doch wahrlich gerne mit.

Und wer jetzt denkt, ein „The Book of…“ muss immer viele Seiten haben, ordentlich vernäht oder perfekt gebunden sein, dem möchte ich heute erwidern: gar nicht!

Viel zu oft machen wir es uns selber schwer, erheben Perfektionsansprüche, maßen uns Planungsgenauigkeit an und suchen Erfolgsgewissheit. Pustekuchen. Weg damit! Das muss doch gar nicht.

Heute gibt es quasi das große nahtlust-Plädoyer für Weniger. Denn Fakt ist: Oft stehen wir unserer Kreativität selbst im Weg. Vergleichen uns mit anderen. Messen uns an dem, was gar nicht wir sind. Statt auf das zu vertrauen, was das Schöne am Werkeln ist: den Prozess, das Tun, die kleinen Schritte. Das Eigene zelebrieren.

Also: Hoch die Pinsel, ran an die Scheren, auf die Klebetuben. Nicht so lang nachdenken – machen. Nicht zu viel planen – machen! Nicht zögern – machen! Ihr braucht dafür kein neues Material. Nutzt das, was ihr vermutlich zuhauf habt: Reste, Fitzelchen hier und dort, bestehende Fundusschätze.

Ich habe aus den Papier- und Stoffstückchen geschöpft, die ich beim Workshop letztens zwecks Technikvorstellung beispielhaft erwerkelt habe. Als Basis dienten mir zugeschnittene Stoffseiten, wie sie auch meinen Teilnehmerinnen vorlagen. Mehr braucht es nicht. Stück für Stück hat sich auf den Seiten das zusammengefunden, was sich zusammenfinden wollte.

Zuletzt das i-Tüpfelchen in Form von slow stitching, ein paar Handnähte hier und dort. Ohne Druck, einfach der Nadel folgen, wie sie sich selbst gerade in den Stoff pieksen mag.

Es gibt keinen weiteren roten Faden, keine zusätzlichen Texte. Kein großer Spannungsaufbau, keine Überraschungen. Es sind Seiten, die entstehen wollten. Aus Material, das vorlag. Mit Handstichen, die ihren Weg gefunden haben. Mein „The Book of Less“ ist kein großer künstlerischer Wurf. Das größte daran ist der Titel (lach). Dafür ist es pickepackevoll mit Erinnerungen – an den Workshop und die tollen Frauen, an den Prozess des Zeigens, an die Freude beim Werkeln, die Zeit beim Zusammenfügen, an die Sonne beim Sticken, das gute Gefühl des Aufschlagens und Blätterns.

Genau das ist für mich das Mehr: es nämlich beim Weniger zu belassen und sich am Tun zu erfreuen. Ein Hoch also auf all die Seiten, all die Werke, all die Schönheiten, die euer Mehr im Weniger sind und genau dafür gefeiert werden wollen: Dass sie gemacht werden! Und damit: Plädoyer-Ende.

Verlinkung: Andreas Monatsmotto im August

9 comments

  1. Großartig, dein weniger! Genauso sollte Kreativität funktionieren.
    Wie schön du es heute zeigst… und ganz bald kannst du etwas von einem anderen Book of… zeigen! Hi, hi!
    Ich freue mich und schicke liebe Grüße
    Michaela

  2. Da hast Du ja genau meinen Nerv getroffen. Ich schaffe es durch Perfektionismus und Selbstansprüchen so oft, meine Kreativität gleich im Keim zu ersticken. Was für ein zauberhaftes zartes Büchlein unter dem Motto „Weniger ist mehr“ bei Dir entstanden ist! Mit leichter Hand, wie hingehaucht, begleitet von einem ach so wahren Plädoyer!
    Danke dafür.
    Liebe Grüße
    Andrea

  3. Dir ist mal wieder ein wunderschönes Buch den Händen entsprungen –
    mir geht es oft ähnlich wie meiner „Vorschreiberin“ Andrea – Perfektionismus und hohe Ansprüche verhindern so einiges im Voraus – aber es wird besser – Dank deiner Werke 😉
    ♡liche Grüße von
    Sabine aus WO(rms)

  4. Du kannst dir denken, wie mir das gefällt…., Büchlein und Philosophie… Sich dem Prozess und dem Werden zu überlassen, ist ein tolles Kreativrezept. Und man braucht nichts, es ist genug da, immer… Lieben Gruß Ghislana

  5. dein plädoyer ist große klasse – genauso sehe ich es auch! oft tappe sogar ich noch in die falle des „daskannichdochnicht“ – hab ich nicht gerade bei michaela geschrieben, dass ich nicht zeichen kann? na, das wird sich ändern!
    danke für dein schönes „resteheft“, das sicher vielen mut macht, auch einfach mal anzufangen, weiterzumachen und dranzubleiben!
    liebe grüße
    mano

  6. Ich finde ja schon, dass das deine ganz eigene Ästhetik gut zeigt, insofern ist das sehr gelungen.
    Da sind so viele schöne Stellen drin: Das mit Sticken gefangene M, die morbide fransigen Mullstücke die sich mit der alten Schrift auch als IndianaJones Requisite gut machen würden…….
    Das ist ein Buch zum Entdecken und Vertiefen der gefundenen Ansätze.
    So muss das.

  7. Liebe Susanne,
    wow, das sieht wunderschön aus! Ein gehaltvolles Buch, in dem so viele Erinnerungen stecken an ein inspirierendes Wochenende mit inspirierenden Menschen…
    Dein „Book of less“ sieht toll aus und die Message, die für dich zwischen den Zeilen steht ist so wichtig – auch für andere Lebensbereiche…
    Danke fürs zeigen:)!
    LG Pamela

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