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12. Dezember 2018

Papierliebe am Montag: Reduktion III

17. Dezember 2018

Rückblick: Workshop bei Leslie Morgan

14. Dezember 2018

Unbezahlte Werbung* / Vergangene Woche habe ich zum letzten Mal in diesem Jahr an einem Kreativworkshop teilgenommen und war im *Textilstudio Speyer bei Leslie Morgan im *Kurs. Das Thema war „From Design to Completion – Making a Palette of Cloth and Complete it to a Collage or Assemblage“.

Fünf Tage lang haben wir uns dem Neudrucken, Weiterdrucken, Überdrucken, Überlagern gewidmet und dabei Procion MX-Farben verwendet. Bereits vor zwei oder drei Jahren hatte ich bei Sabine Jeromin in Mannheim einen Kurs zum Thema Drucken mit Procion gemacht. Farben und Technik waren mir nicht neu, allerdings habe ich seitdem immer nur mit Dekaprint- und anderen Stoff- oder Acrylfarben gedruckt.

Wir sollten uns für den Kurs ein Thema überlegen, zu dem wir arbeiten wollten, ebenso wie eine Farbrichtung. Ich hatte mir Linien und Grau-Beige überlegt und als Stoff eine tolle Bourette-Seide vorbereitet. Die war herrlich robust und schwer. Als Pendant habe ich einen glatten und leicht glänzenden Baumwollsatin dazugenommen und am Schluss sogar noch auf diversen Leinenstoffen gedruckt.

Ich habe mit diversen Materialien Linien gezogen und gedruckt und mich an der Struktur der Bourette-Seide ebenso wie an den Leinenstoffen erfreut. Die „verlorenen“ Fäden der robusten Seide wurden aufgehoben und in Resten mitgefärbt.

Farbtöpfchen ruhen über Nacht und kommen am nächsten Tag wieder zum Einsatz.

Der Blick in meine Farbtöpfchen zeigt drei Abstufungen von Schwarz: links Schwarz pur, in der Mitte 1 Teil Farbe mit 4 Teilen Verdicker und rechts 1 Teil des mittleren Farbgemisches plus 4 Teile Verdicker. Der Verdicker wirkt dabei als Art „Farbverdünner“, sprich: er hellt die Farbe auf.

Ein Vorteil von Procion ist die Schichtungsmöglichkeit auf einem Stück Stoff, denn die vorherigen Schichten werden nicht überdeckt wie bei Deka- oder anderen Acrylfarben, sondern bleiben im Stoff und tauchen abgeschwächt je nach neuer Schicht wieder auf. So lassen sich gerade für Quilter, die an Wandquilts arbeiten, tolle Stoffe erarbeiten. Procion dringt also in die Fasern ein, während Deka- und die meisten anderen Farben sich wie eine Schicht auf die Stoffe legen. Der Nachteil ist gewiss die Vorbereitung sowie das Handling zwischendurch und beim Auswaschen. Das würde bei mir zuhause nicht wirklich gut gehen. Für mich ist ein weiterer Nachteil, dass ich das Farbergebnis nicht sofort sehen kann. Die geübten Procion-Färber können natürlich sehr gut abschätzen, welche Farben sie wie mischen müssen, um das gewünschte Ergebnis zu bekommen.

Es war sehr spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Quilt-Frauen und „ich“, die ja eher aus dem Mixed Media-Bereich kommt, arbeiten – sowohl in der Stofferstellung als auch beim Arbeiten im Anschluss. Kurzum: Ich war etwas fehl am Platz, da sich der Kurs vor allem an Art-Quilter richtete – das war mir komplett entgangen.

Ich habe sehr viel gelernt und sehr gestaunt und fünf Tage mit sehr sympathischen Frauen verbracht, aber….Zielgruppe waren eindeutig die Art-Quilterinnen, die einen Wholecloth-Quilt (also eine Arbeit am Stück) drucken und fertigen oder die mit ihren zahlreichen unterschiedlichen Uni- und vielfach beschichteten Stoffen einen Art Quilt zusammennähen. Die Schichtung, die sie suchen, liegt meiner Beobachtung nach IM Stoff, der mit Procion mehrfach be- und überdruckt wird. Meine Schichtung passiert AUF einem Stoff und zwar vor allem mittels diversen Materialien.

Spaß gemacht hat es allemal und lehrreich war es sowieso – und wer im Bereich Art Quilt unterwegs ist, wird diesen Kurs und die unglaubliche Expertise von Leslie gewiss sehr lieben!

Ich habe nun einen neuen Stapel Stoffe (nicht, dass es mir daran gemangelt hätte…) in diversen Grauschattierungen mit Linien oder linienähnlichen Gebilden, ebenso wie ein paar bunten Stoffen, die ich in den letzten beiden Tagen des Kurses gedruckt habe – als Grauausgleich (siehe oben). Ach ja, und ein paar Papiere habe ich auch bedruckt. Ich kann ja beides gut gebrauchen…

Vielen lieben Dank an Leslie für Kurs, Farbliebe und Techniken, an Brunhilde für jegliche Unterstützung, Versorgung und Übersetzung und an Sabine für Organisation, Vorabinformationen und Begleitung! Ich komme sehr gerne wieder nach Speyer und Mannheim!

*Unbezahlte Werbung / Ich bekomme weder eine Vergütung für die Erstellung des hier gezeigten Projektes noch für die Veröffentlichung dieses Blogbeitrags. Ich kennzeichne diesen Blogbeitrag jedoch als Werbung, da er die Namensnennung sowie die Verlinkung der Webseiten von Anbietern und/oder Mit-Bloggerinnen und/oder die Bezeichnung von verwendeten Produkten beinhaltet. 

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9 comments

  1. Das klingt total spannend. Wie schön, dass du trotz leichter Zielgruppenabweichung eine tolle Zeit hattest. Jetzt bin ich natürlich sehr gespannt, wo sich die grauen Linien wiederfinden werden. Nadelbrief??? Viele liebe Grüße maika

  2. Huhu Susanne,

    DANKE für den interessanten Bericht. Es geht mir manchmal genau so wie dir, wenn ich vorher nicht genau das „Kleingedruckte“ zwischen den Zeilen durchdenke, aber letztlich macht es bei Sabine, Brunhilde und Fritz immer total viel Spaß und man fühlt sie wie bei Freunden eingeladen. Vielleicht sehen wir uns 2019 mal wieder dort?? Ich würde mich freuen.

    Liebe Grüße aus (diese Woche) Hemsbach, was ja nicht soooooo weit weg ist von Heidelberg

    ela

  3. trotz kleiner einschränkungen hast du ja eine tolle zeit gehabt – und wie man sieht (und liest), doch auch sehr davon profitiert. die nadelbriefaktion wird es sicher zeigen!!
    schade, dass es hier in der region nicht so tolle workshops gibt – ich würde dir sehr gerne meine lieblingsharzstädtchen zeigen!!
    liebe grüße
    mano

  4. Woow.. was für ein Workshop, liebe Susanne. Da glaube ich Dir gerne, dass Du die fünf Tage genossen und auch viel gelernt hast. Was für schöne Stoffe das geworden sind – beeinDruckend. Dir und Deinen Lieben ein wunderschönes drittes Adventswochenende. Herzlichst, Nicole

  5. Tolle Stoffe und Papiere sind da entstanden. Perfekt für Deinen Nadelbriefchenaktion, oder? Ja, es gibt soooooo viele schöne Techniken zu erlernen. Nach Speyer würde ich auch so gerne mal fahren.
    Herzliche Grüße von Annette

  6. So ein Workshop kann sehr bereichernd sein, auch wenn man nicht direkt zur Zielgruppe gehört – das ist auch eine Frage der Offenheit. Das scheint bei Dir ja gut gelungen zu sein. Von dieser Technik habe ich keinerlei Ahnung – aber es liest sich interessant (und sehr aufwendig) und die Ergebnisse gefallen mir gut. Bin gespannt, was daraus entsteht. Liebe Grüße, Sabine

  7. So eine Gruppe lebt ja auch vom Austausch und dem Sehen was sonst noch so möglich ist. Die anderen Frauen haben dich sicher für deinen Mut bewundert, wie du das auch auf andere Medien transformieren kannst.
    Deine Ergebnisse sprechen auf jeden Fall für sich, das gefällt mir ausgesprochen gut!

  8. Ein toller Workshop. Egal welche Zielgruppe, ein Kurs in Speyer ist immer einfach nur toll. Und bei Leslie sowieso. Aber auch Sabine und Brunhilde sind klasse und es ist für mich Wellness pur. Und man trifft immer wieder nette und tolle Frauen, die ähnlich ticken. Vielleicht treffen wir uns auch einmal dort.
    Liebe Grüße
    Ute

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