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Papierliebe am Montag: Seidenpapier II (Ausbluten)

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Die Arbeit mit Seidenpapier gefällt mir gut – es erlaubt eine „Schicht- und Transparenzarbeit“. Allerdings habe ich festgestellt, dass ich bislang dennoch wenig mit diesem Material gearbeitet habe – zumindest für mein Dafürhalten. Also will ich den April für ein paar Testversuche nutzen, um meinen eigenen Umgang mit sowie den Einsatz von Seidenpapier zu üben und zu ergänzen. Konkret wird es mir um das beabsichtigte „Ausbluten“ gehen, um Monoprints mit der Gelli Plate, ums Ausdrucken von Bildern sowie ums Vernähen von Seidenpapieren. Für all diese Zwecke kann ich Seidenpapier verwenden und habe es bislang nicht wirklich genutzt.

Mit einer banalen Schichtungsübung hatte ich ja vergangene Woche meine Seidenpapier-Testreihe begonnen. Mir gefällt, wie sich die Farbigkeit ändert, je nachdem, welche Farben ich übereinander lege. Das ist natürlich gerade bei Seidenpapier toll. Auf meine kleine Versuchsreihe heute brachte mich Anja in ihrem Kommentar. Denn sie fragte, wie es mit meinem Schutz vor dem Ausbluten der Seidenpapiere stünde. Kein Schutz vorhanden, ist die kurze Antwort. Würde ich bei einer Karte, die im Umschlag per Post verschickt wird, auch nicht als dringlich ansehen.

Die Frage, die sich für mich jedoch daraus ergeben hat, war: Wie kann ich das Ausbluten und Abfärben von Seidenpapieren bewusst einsetzen und nutzen?

Also habe ich Seidenpapierstreifen und ausgestanzte Herzen genommen und diese auf einen feuchten Untergrund gelegt – im ersten Fall auf mit Wasser eingestrichenes Papier.

Das sieht richtig stark aus, wenn sich das Seidenpapier mit dem feuchten Untergrund verbindet. Ich habe es mit einem feuchten Pinsel nochmals vorsichtig glattgestrichen und trocknen lassen.

Als ich die Seidenpapiere weggenommen habe, war die Überraschung groß: Wie viel würde ich wohl auf dem Untergrund noch sehen, wie würden sich die Farben verändern, wie würden sie ineinander übergehen?

Auf Papier wirkte das stark ausblutende Pink am kräftigstens. Das hat einen super Farbabdruck hinterlassen. Alle anderen Farben sind dagegen richtig blass und unscheinbar, und in Summe empfinde ich die Abdrücke der Streifen als sehr unbefriedigend und eher mau.

Hier kommt es vermutlich darauf an, sehr stark abfärbendes Seidenpapier zu nutzen, damit die Abdrucke so intensiv werden wie bei dem pinkfarbenen Papier. Die pinkfarbenen Herzen sehen hingegen im Abdruck und Muster gut aus, finde ich. Da stört es auch überhaupt nicht, dass der Stanzer das sehr dünne Papier teilweise verkrumpelt und zerrissen hat – gerade diese Unregelmäßigkeit verleiht dem Abdruck und dem Abfärben Spannung – ein interessanter Effekt, den ich ja auch sehr bewusst einsetzen und erzielen kann!

Auf Stoff wollte ich die Wirkung auch testen und habe dafür einen recht glatten Baumwollstoff genommen. Als Motiv habe ich eine stilisierte Blumenwiese arrangiert – mit grüner Wiese und Blumenstengel sowie bunten runden Blüten.

Der Abdruck und das Abfärben auf Stoff stellt sich allerdings als überhaupt nicht zufriedenstellend heraus. Das Grün verblasst zu einem für diese Zwecke hässliches Gelb, die Blüten selbst kommen kaum zum Tragen. Schade. Ich denke, auch hier wird die Qualität des Seidenpapieres entscheidend sein. Stark abfärbendes Seidenpapier wie das Pink funktionieren besser. Leider weiß ich nicht mehr, woher ich dieses Seidenpapier habe… Meine erste Vermutung wäre, dass ein günstigeres Seidenpapier stärker abfärbt. Je nach Einsatz wäre das Ausbluten und Abfärben also im Vorfeld zu testen – damit es den gewünschten oder eben nicht gewünschten Effekt erzielt, sprich: damit es abfärbt oder eben gerade nicht ausblutet.

Fazit: Versuchsreihe Ausbluten mit einigen „Lessons learnt“ erfolgreich absolviert. Nächste Woche dann: Gelli Plate-Druck mit Seidenpapieren.

Verlinkung: Papierliebe am Montag im April

13 comments

  1. Puh. Ausbluten lese ich im Titel und denke, oh weh. Aber auch wenn Du nicht ganz zufrieden mit allen Ergebnissen bist, sind auch schöne und interessante Stücke rausgekommen.
    Liebe Grüsse
    Nina

  2. Eine tolle Versuchsreihe hast Du da gestartet. Ich bin schon auf die weiteren Versuche gespannt und wie Du das einsetzen wirst. Komischerweise färbt im „realen“ Leben Seidenpapier ja immer dann stark ab, wenn es nicht gewünscht wird!
    Liebe Grüße
    Ines

  3. liebe susanne, mir gefallen die stoffstücke sehr gut, gerade auch die farbkombination. es ist zwar nicht das, was beabsichtigt war,
    aber mit nähmalerei/stickerei/druckerei/text kannst du bestimmt noch was sehr feines draus machen. liebe grüsse, martina

  4. Ich finde es super, wie prozessorientiert und neugierig du mal wieder arbeitest! Und du hast recht, das Verkrumpelte der Herzen macht sie erst richtig spannend. Bin schon gespannt auf deine Gelliplate Tests…
    Liebe Grüße Andrea

  5. Liebe Susanne,
    hach, eine coole Experimentierreihe – und auch wenn das Ergebnis nicht ganz zufriedenstellend ist, ein Versuch war es wert! Und die Herzen sind echt gut gelungen! Ich bin auf deine weiteren Versuche gespannt!
    LG
    CHristiane

  6. Leider bin ich zum Seidenpapierverkleben gar nicht gekommen, dabei benutze ich es sehr gerne immer mal wieder. Aber ich freue mich, über deine Erfahrungen mit dem Ausbluten zu lesen, ein eigentlich ärgerlicher Effekt, den du aber zu nutzen weißt. Seidenpapier auf Gelliplate- da bin ich nun auch gespannt!
    LG Ulrike, gerade mit ein bisschen Haushalt beschäftigt…

  7. Spannend, deine Experimente. Die Herzen sind großartig und diese Knitterstrukturen könnte man sonst gar nicht so gut darstellen. Ich wollte eigentlich auch noch was mit Seidenpapier machen, habe ich total vergessen, aber ich mache mir jetzt eine Notiz. Ich nutze es viel zum Geschenkeeinpacken, und die meist nicht nass werden, ist es recht egal, ob sie bluten. Nur bei Blumentöpfen wird es manchmal kritisch, stimmt.
    Vielleicht bedrucke ich mal Seidenpapier, oder zeige zumindest meine Seidenpapier-Schatzkiste!
    Liebe Grüße
    Michaela

  8. Die Sache mit dem Ausbluten könnte man sicher immer mal gezielt für bestimmte Effekte einsetzen. Eine super Idee und deine Herzen sind doch wunderschön geworden. Ich bin zwar gerade mal wieder ausgebucht und seidenpapierlos, aber ich werde mir das mal merken!

    Liebe Grüße

    ela

  9. Oh da kommen Erinnerungen auf. So habe ich früher mit den Kindern ausgeblasene Eier für den Osterstrauß gefärbt. Seidenpapierschnipsel mit dünnflüssigem Kleister auf die Eier kleben, antrocknen lassen und dann wieder mit Wasser ablösen. Die ausgeblutete Farbe färbt die Eierschale ganz schön. Man muss allerdings die Finger schützen. Die färben sich nämlich auch ganz schön, bei dieser Matscherei. 😉
    Ja Pink geht super aber auch lila und rot.
    Deine Herzen gefallen mir gut.
    LG, von Annette

  10. Liebe Susanne,
    spannend mit dem Ausbluten zu arbeiten, da gäbe es noch viel zu experimentieren.
    Glatte Kanten beim Ausstanzen kriegt man hin, wenn man das Seidenpapier zwischen anderes Papier legt, die „zerrupften“ Herzen haben jedoch unheimlich Charme.
    herzlich Margot

  11. Deine Experimentierfreude fasziniert mich immer wieder aufs Neue . Diese Technik hat einen wirklich unappetitlichen Namen : „Ausbluten“ – nix für Vegetarier und Veganer – haha. Die Effekte sind dafür wirklich beeindruckend.

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