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Xanthippe (49/52)

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Ein neues und nicht ganz so einfaches Thema beim großen nahtlust Nadelbrief-Jahr 2019 (what else…?): Xanthippe. Mano war Ideengeberin des Themas, und ich habe es gerne aufgegriffen, denn es fordert heraus, bringt uns zum Nachdenken, lässt alles zu und ist von daher perfekt geeignet – auch wenn es eben nicht das am leichtesten zugängliche Thema ist.

Xanthippe war die Ehefrau von Sokrates und hat keinen besonders guten Ruf. Als Mutter der Streitlust gilt sie, als Zankapfel und übellauniges Wesen.

Keine Frau, mit der man Pferde stehlen könnte – dabei heißt ihr Name gelbes Pferd. Sie ist aber bislang wohl eher als bissige Stute zu verstehen. Ich ändere das jetzt (haha).

Aber mal ehrlich: Sie war verheiratet mit Sokrates, der bis zu 40 Jahre älter gewesen sein soll. 40 Jahre! Ich meine, nichts gegen Altersunterschiede; und jeder darf, wie er mag. Aber hey – das war vermutlich nicht immer ein Zuckerschlecken. Und dann war er noch Philosoph und von daher in anderen Wahrnehmungswolken unterwegs. Ich meine, wer flippt da nicht schon mal aus?

Auf der Suche nach einer guten und kreativen Umsetzung des Themas wäre ich selbst beinahe ausgeflippt. Ich war von nichts begeistert und hatte zu keiner Idee so richtig Lust. Und als ich dann völlig verzweifelt laut mit mir selbst gesprochen hatte (ja, ich bin eine derjenigen, die ständig mit sich selbst sprechen. Laut. Normalerweise auf Englisch. Ich weiß….fragt nicht…. So ist es nun mal), habe ich den Satz ausgesprochen: Who needs Socrates when you have Xanthippe.

Whäm! Das war es doch! Danach war die Umsetzung ganz einfach. Bild von Sokrates, Bild einer fiktiven Xanthippe, den Satz dazu verteilt auf die Seiten, fertig.

Manchmal ist der Gedankengang komplex, doch das Tun einfach. Der Nadelbrief ist zwar simpel, aber wirkungsvoll, wie ich finde. Und zum Unterstreichen der Botschaft hat Xanthippe noch ein wenig Goldglanz um ihr Haupt bekommen. Passt.

Damit zolle ich dieser Frau Tribut, die es gewiss nicht leicht hatte und vermutlich mehr Mitgefühl verdient, als Geschichtsbücher schreiben. So stelle ich mir das zumindest vor. Ein Hoch bei mir heute also auf Xanthippe!

Verlinkung: Das große nahtlust Nadelbrief-Jahr 2019 / Freutag

9 comments

  1. So ähnliche Gedankegänge hatte ich auch als ich Xanthippe mal recherchiert habe. Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eben doch eine starke Frau! Deine Unsetzung ist gloreich! What else? Gefällt mir gut. Ich setze da auf ein anderes Pferd, wenn ich endlich mal meinen Typobrief fertig schaffe.
    Liebe Grüße, Elvira

  2. Ich muss ja gestehen, ich war beim ersten Gucken total geschockt, hatte aber auch noch nicht genau hingesehen, nur *Sokrates* gesehen und gedacht, neee es geht doch um die Frau! Und dann: Bämm, da ist sie, …und wer lesen kann ist auch klar im Vorteil!
    So ein grosser Altersunterschied? Ich wusste nur, dass Sie wohl aus dem Athener Adel stammt und eben kein Blatt vor den Mund genommen hat. Ihr Kerl muss ja wohl auch mehr mit seinen Anhängern und Studenten rumgehangen haben, glaubt man der Überlieferung zur Darstellung seines Todes. Da wäre ich auch eine eher schimpfende Frau.
    Ganz ganz tolles Nadelbriefchen!
    Liebe Grüsse und schönen Advent.
    Nina

  3. Tolle Umsetzung so ganz um die Ecke … Und inzwischen habe ich sogar einen Klang im Ohr, wenn ich mir vorstelle, wie du mit dir selber redest… Ehrlich gesagt mochte ich den „Kerl“ aber auch… Ein paar Philosophen, die heute über die Märkte schlendern und den Leuten zum Nachdenken anregende Fragen stellen, fehlen gerade irgendwie.

  4. Gelbes Pferd?? Daher wahrscheinlich auch (zusätzlich) der Begriff Stutenbissigkeit… hmmm?! Allerdings schaut die fiktive Xanthippe eher aus wie ein scheues Reh.. hihi! Dein Nadelbriefchen ist auf jedenfalls der Knaller, liebe Susanne. Liebe Adventsgrüße, Nicole

    Das gute Gelingen ist zwar nichts Kleines, fängt aber mit Kleinigkeiten an.
    Sokrates

  5. So ein schöner Nadelbrief mit so einer schönen Xanthippe! Ich bin begeistert!!! Und übrigens spreche ich auch ständig mit mir…laut…aber nicht auf Englisch – …außer ich fluche 😉
    Meine Familie findet das immer sehr unterhaltsam…
    Liebe Grüße
    Andrea

  6. sehr interessant, ohne diesen post hätte ich mich mit xanthippe wohl nie näher beschäftigt. (ich möchte auch keinen 40 jahre älteren mann… ok, der wäre jetzt über hundert und ich hätte ihn bestenfalls beerbt;))
    laut mit mir selber sprechen kann ich auch;) wird auch oft völlig falsch eingeschätzt;))
    lg, johanna

  7. in das hoch stimme ich voll mit ein!! ich finde deine xanthippe rotzfrech und wunderbar in szene gesetzt! ein lob auf englische selbstgespräche!!
    danke, susanne!
    liebe grüße von mano

  8. Liebe Susanne,
    das ist ja auch wieder ein wunderbares Nadelbriefchen. Sehr, sehr schön. Bei diesem Thema hatte ich mich schwer
    getan. Sehe Xanthippe aber auch eher als verantwortungsvolle Frau.
    Liebe Grüße
    Monika

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