Heimchen am Herd (36/52)

Ach was für herrliche Themen wir beim großen nahtlust Nadelbrief-Jahr 2019 (what else…?) haben – dank euch und euren Vorschlägen! Da darf auch mal ein Heimchen am Herd dabei sein und sämtliche Klischees und stereotypische Erwartungen erfüllen – oder damit brechen.

Als Heimchen am Herd mag wohl keiner gerne bezeichnet werden – egal, ob Mann oder Frau. Gerade beim Blick zurück auf die Fünfziger- und Sechziger Jahre gibt es so manche (Empfehlungs-/Ratgeber-) Literatur, die uns heute den Kopf schütteln und zugleich schmunzeln lässt.

Gut, dass sich vieles verändert! Mein Heimchen kommt mit einem ausgefüllten Tagesplan daher und der Empfehlung, wann was zu erledigen sei. Da ist ordentlich zu tun, wie man sich vorstellen kann – und doch kündigt sich bereits der Wandel an, wie im Kapitel “Die bedrohliche Überbelastung” erwähnt.

Die Textausschnitte stammen aus dem famosen Buch “Die Frau von Heute”, das ich vor einiger Zeit im offenen Bücherregal gefunden habe. Es ist ein dicker Wälzer aus dem Jahr 1960 mit knapp 500 Seiten und umfasst mit Erläuterungen zu Textilien, Empfehlungen zur Wohnraumgestaltung ebenso wie Einführungen in die Kräuterkunde so ziemlich alles, was das Leben lebenswert macht bzw. machte.

Ein herrliches Lesevergnügen, das bei mir Verwunderung, Begeisterung und Irritationen auslöst. So einiges, das ich darin finde, ist nach wie vor höchst aktuell und lohnenswert wissenswert, wird aber heute in dieser Form oder in dieser Dichte und Fülle nicht mehr vermittelt. Auch da haben sich die Zeiten geändert.

Vermutlich war “Die Frau von Heute” ein Standardwerk der sechziger Jahre, und junge Frauen haben es begleitend zur Aussteuersammlung geschenkt bekommen. Mir war es jedenfalls herrlicher Fund für das Nadelbriefchen, und ich werde bestimmt immer wieder vergnügt darin lesen.

Verlinkung: Das große nahtlust Nadelbrief-Jahr 2019 / Freutag

frau nahtlust

10 Kommentare

  1. Wow! So ein Plan! Wie schafft die gute Frau das bloß??? *Kicher* Gut, dass sich vieles ändert. Da hast Du recht. Aber wie schön, das einmal im Rückspiegel zu beschauen. In einem Nadelbrief ist das natürlich umso passender. Bestimmt gibt es auch ein Kapitel über die anfallenden textilen Reparaturarbeiten. Und ein Nadelbriefchen wird dringend empfohlen, oder!? Ich finde Deine Umsetzung grandios und freu mich sehr, dass wir im 21. Jahrhundert leben. 🙂 Viele liebe Grüße maika

  2. ein sehr schöner nadelbrief-beitrag! die 50er-/60er jahre waren in zeitschriften und büchern für frauen wirklich für heutige verhältnisse gruselig, besonders wenn man sich die anzeigen anschaut, aber auch die tipps, wie man seinen ehemann verwöhnt waren nicht ohne…
    das buch ist ein toller fund und ich bin sicher, wir werden bei dir noch einiges daraus finden!
    liebe grüße
    mano

  3. „Die Frau von Heute“ – wäre das nicht mal etwas für eine Serie von Nadelbriefchen??? – dieser Stundenplan liest sich ja fürchterlich – 1/2 Stunde zum Kochen für Mutter und Kinder und wohl auch Essen, wenn danach gleich wieder geputzt werden soll. Du schreibst aber auch “So einiges, das ich darin finde, ist nach wie vor höchst aktuell und lohnenswert wissenswert, wird aber heute in dieser Form oder in dieser Dichte und Fülle nicht mehr vermittelt. Auch da haben sich die Zeiten geändert.” Das fände ich schon interessant.
    Hab´ eine gute Zeit und ♡liche Grüße von
    Sabine aus WO(rms)

  4. Ha Ha Ha, da fällt mir gleich der Songtext *Das bischen Haushalt…* und die drei grossen Ks ein
    Sehr schöne Umsetzung zu einem nicht so leichten Thema
    Liebe Grüsse
    Nina

  5. So eine Entdeckung ist wirklich herrlich! Da hast Du jetzt bestimmt einen Fundus für eine Menge heiterer Nadelbriefchen.
    Wie haben das die Frauen vorher (und heute) nur ohne den Zeitplan geschafft? Die Frau von 2020 wäre auch ein interessantes Nadelbriefthema.
    Liebe Grüße
    Andrea

  6. Also diese Liste! Meine Mutter hatte “das Goldene Buch der Frau” im Bücherregal – das war so ähnlich…..
    Liebe Grüße
    Ines

  7. Der Tagesplan ist ja nett. Aber auch das Handarbeiten findet seinen Platz.
    Ein tolles Nadelbriefchen ist das wieder geworden.
    Ich nehme mir auch manchmal diese Bücher zur Hand. Manches trifft ja auch heute noch zu
    meistens sorgt es aber für ein Lächeln. Schön, das sich die Zeiten ändern.
    Liebe Grüße
    Monika

  8. Sehr, sehr witzig, liebe Susanne!!! Ich finde solche Heftchen auch sehr toll (du hast sogsr ein ganzes Buch davon!). Aber ein klein wenig erschreckend auch…Dein Heimchen am Herd ist aber nicht erschreckend sondern zuckersüß!
    Liebe Grüße Andrea

  9. Liebe Susanne,
    wow, wieder ein gelunegner Nadelbrief! Dein armes Heimchen am Herd! So ein Tagespensum… und so viel Putzerei!
    Ich freue mich jede Woche auf Freitag – und bin gespann, wie du das Thema umgesetzt hast!
    GLG
    Christiane

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