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Augenpoesie (4-2018) – Elin

29. Juli 2018

Unbezahlte Werbung* / Im Juni hat Andrea zu meiner großen Freude die Eye Poetry-Herausforderung wieder aufgegriffen und die Regeln etwas verändert und uns bis Ende Juli Zeit zur kreativen Umsetzung gegeben. Da das Monatsende bald erreicht ist, wird es mal flux Zeit, euch meine Elin-Interpretation zu zeigen.

Andrea hat von einem mir unbekannten schwedischen Dichter namens Israel Holmström das Gedicht Elin gewählt. Ich finde das Gedicht ziemlich uninteressant, muss ich sagen, auch wenn ich Klang und Rhythmus reizvoll finde. Aber von der sonstigen Art her ist es nicht so meins. Dennoch: Einer kreativen Auseinandersetzung mit dem Gedicht schadet mein Nichtgefallen nicht.

Den gleichmäßigen Rhythmus habe ich versucht durch eine – halbwegs – gleichmäßige Anordnung der Buchstaben hinzubekommen. Der Stoff ist 30 x 30 cm groß, die Linien im Abstand von 2 cm gezogen, und die Stempel im selben Abstand nebeneinander gesetzt. Den Zwischenstatus müsst ihr euch wie oben vorstellen.

Zu lesen sind jeweils das, was Elin „ist“: Hochzeitssüppchen, Zuckerhut, Zuckerpüppchen, höchstes Gut, Freud und Wonne, Zobelpelz, Welt und Sonne, Tal und Berg, Meer und Fels.

Die Buchstaben sind aneinandergereiht, wobei ich am Zeilenende keine Rücksicht auf das Wort genommen habe: Es läuft in der nächsten Zeile einfach fort. Dadurch ergibt sich eine feine Verschiebung und eine Anmutung ähnlich der Rätsel, bei denen man links, rechts, runter, rüber etc. Wörter finden muss.

Im Anschluss habe ich alle Buchstaben nachgestickt. Damit ergibt sich eine wunderbare Haptik des Stoffes und vor allem eine feine leichte 3D-Optik, siehe Foto oben. Ich habe ja schon öfters Buchstaben gestempelt und dann nachgestickt und finde das als Technik absolut genial. Manche Wörter tun sich in Folge übrigens besser hervor als andere, wie hier unten zum Beispiel Zucker oder Meer.

Elin als Anrede und Bezugsperson steht über all diesen Wörtern, ist ihr Referenzpunkt. Deshalb thront der Name auch über dem Stoff in Form eines gebogenen Drahtstücks, das ich mit ein paar Stichen auf den Stoff aufgenäht habe.

Und so sieht das gute Stück im Gesamten aus:

Das also ist meine kreative Interpretation des Halmström-Gedichts!

Damit ist ein vierter Flicken für den angedachten Flickenteppich fertig geworden. Ich befürchte allerdings, dass Andrea die schöne Eye Poetry nicht weiterführen wird… oder doch? Bislang sieht es mit Beiträgen mau aus… Wie auch immer Andrea sich entscheidet: Ich finde die Idee nach wie vor umwerfend. Danke, Andrea, dass du sie ins Leben gerufen und begleitet hast!

Bisherige Augenpoesie-Flicken 2018: Trojans LercheLindgrens Winter-Ronja / Kalékos Morgenlied

*Werbung / Ich bekomme weder eine Vergütung für die Erstellung des hier gezeigten Projektes noch für die Veröffentlichung dieses Blogbeitrags. Aufgrund diverser Änderungen und Vorkommnisse in den vergangenen Wochen und Monate kennzeichne ich diesen Blogbeitrag jedoch als Werbung, da er die Namensnennung sowie die Verlinkung der Webseiten von Mit-Bloggerinnen beinhaltet. 

Verlinkung: Eye Poetry-Ergebnisse

8 comments

  1. Deine Umsetzung des Gedichtes gefällt mir ausgesprochen gut! Sie greift nämlich gerade das auf, was dieses Gedicht so besonders macht (nicht umsonst, ist es im Gegensatz zum Dichter selbst, in Schweden noch so bekannt): die Laute, die Sprachmelodie, das Schwingen der Worte, in die man dann natürlich soviel Liebe legen kann. Vielleicht fällt das einem eher auf, wenn man Schwedisch kann und das Original spricht.
    So entsteht mit dem Hintergrund dieser weichen Wohlklänge das Bild von Elin. Und genauso hast Du das auf deine wunderbare Weise umgesetzt.
    Manchmal muss man beim lauten Lesen eines Gedichtes einfach mal den Intellekt ausschalten, um hinter das Geheimnis eines Gedichtes zu kommen (und das sagt gerade eine Germanistin ;-))
    Ich finde deine Umsetzung einfach perfekt!!!
    Meine eigene zeige ich dann zum Abschluss am Dienstag. Die wird ganz anders sein. Aber das macht(e) ja das Besondere dieser Aktion aus.
    Liebe Grüße
    Andrea

  2. mein ganzer kommentar ist weg, weil ich das blöde häkchen nicht gesetzt hatte…
    in kürze nochmal: deine elin ist großartig. ich mag die verbindung von stoff, typo, stickerei und draht. ich hatte ähnliches (und doch ganz anders) mit stempeln vor, schaffe es aber nicht, weil mich die sommerpost voll in ihrem bann hat. wg fuß und hitze schaffe ich nicht allzuviel – leider auch keine papierliebe.
    liebe grüße
    mano

  3. Super, liebe Susanne!!! Ich mag die gestempeltem und nachgestickten Buchstaben total gerne!!!
    Diesmal schaffe ich die Eye Poetry nicht, obwohl ich diese Aktion sehr toll finde… ist ein bisschen viel los bei mir grad und Sommerzeit sollte ja auch „einfach nur draußen sitzen “ Zeit sein… 😉
    Liebe Grüße Andrea

  4. Wow, wie ordentlich die Buchstaben gestickt sind! Das sieht sehr edel aus. Und obwohl ich kein Freund von Gedichten bin, haben diese wohlüberlegten Worte etwas magisches an sich. „Zuckerpüppchen“, „Zobelpelz“. Klingt überaus reizvoll. Ein schönes Stück hast du da geschaffen!

    Liebe Grüße

    ela

  5. Die Idee, erst zu stempeln und dann zu sticken finde ich genial – das könnte ich mir sogar vorstellen, auch mal zu versuchen. Auch der drahtige Nehme ist toll.
    Lieben Gruß, Sabine

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